Blutuntersuchung: Der Check-up für Gesundheit und Schönheit
Die Blutuntersuchung zählt zu einem der wichtigsten Diagnostikverfahren in der Medizin. Um sie durchzuführen, wird entweder in der Hausarztpraxis, beim Facharzt, im Krankenhaus oder im Labor etwas Blut entnommen. Anschließend wird die Blutprobe im Labor untersucht. Um das Blut untersuchen zu können, muss es im Labor in seine Bestandteile zerlegt werden. Die entnommene Blutprobe kann zum Beispiel wichtige Hinweise auf Krankheiten, Krankheitsursachen, Behandlungserfolge sowie Genesung oder Information über die Funktion der Organe geben.
Blutuntersuchung und Schönheit – was hat das miteinander zu tun?
Wann sollte man eine Blutuntersuchung machen lassen?
Eine Blutuntersuchung wird alle zwei bis drei Jahre empfohlen und kann jederzeit durch einen Arzt medizinisch angeordnet werden, wenn es einen Grund dafür gibt. Dann übernimmt die Krankenkasse immer auch die Kosten für das Blutbild. Ab 35 haben Patienten den Anspruch, dass im Rahmen von einem Gesundheits-Check-up alle 3 Jahre ein großes Blutbild genommen wird.
Der Beauty-Check: Was Blutwerte über Haut und Haare verraten
Eine gezielte Blutuntersuchung ist oft der erste Schritt, um die Ursache für hartnäckige Beauty-Probleme zu finden, die sich mit Pflegeprodukten allein nicht lösen lassen. So äußert sich ein Eisenmangel im Blutbild häufig durch brüchige Fingernägel, Haarausfall und eine auffallend blasse, fast fahle Haut.
Auch ein Mangel an Zink oder Biotin hinterlässt deutliche Spuren. Unreine Haut, Entzündungen und eine gestörte Wundheilung können Anzeichen dafür sein, dass der Körper im Inneren unterversorgt ist. Sogar die Spannkraft der Haut hängt indirekt von Ihren Werten ab, da Vitamin wie C und E sowie essenzielle Aminosäuren für die Kollagenbildung unerlässlich sind. Wer also bei der Blutuntersuchung gezielt auf diese Mikronährstoffe achtet, investiert nicht nur in seine Gesundheit, sondern legt das Fundament für ein gesundes, strahlendes Aussehen von innen heraus.
Beauty-Expertinnen-Tipp: Das jährliche Intervall
Obwohl die Kassen alle drei Jahre zahlen, entscheiden sich viele Frauen für eine jährliche Blutuntersuchung als Selbstzahlerleistung (IGeL). Besonders nach der Winterzeit oder bei einer Ernährungsumstellung (z. B. auf vegane Ernährung) ist ein Check der Speicherwerte sinnvoll, um sicherzustellen, dass Haarwurzeln und Hautzellen optimal versorgt sind.
Welche Blutuntersuchungen gibt es?
Die beiden bekanntesten Untersuchungen des Bluts sind das kleine und das große Blutbild. Allerdings gibt es weitere unterschiedliche Blutuntersuchungen, die ebenfalls häufiger stattfinden. So etwa bei Diabetes und in der Schwangerschaft.
Was wird beim kleinen Blutbild untersucht?
Die wohl häufigste Blutuntersuchung und somit eine Routineuntersuchung ist das sogenannte kleine Blutbild. Bei diesem findet eine Untersuchung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie der Blutplättchen statt. Auch die Konzentration des Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) sowie das Verhältnis von Blutplasma zu Blutzellen ist Teil des kleinen Blutbildes.
Anhand der Blutwerte lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob beispielsweise eine Entzündung, eine Infektionskrankheit oder eine Blutgerinnungsstörung vorliegt. Der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin erhält durch das kleine Blutbild wichtige Informationen, um bei der Diagnostik gezielt weitere Untersuchungen durchführen zu können. So können zu viele rote Blutkörperchen ein Indiz auf eine Herzerkrankung oder zu viele weiße Blutkörperchen ein Indiz auf Leukämie sein.
Was wird beim großen Blutbild untersucht?
Das große Blutbild ermittelt zusätzliche Laborwerte, die sich hauptsächlich auf Anzahl und verschiedene Typen der weißen Blutkörperchen beziehen. Das große Blutbild ist somit ein kleines Blutbild, welches durch das Differntialblutbild ergänzt wird und das somit ebenfalls Hinweise auf vorliegende Erkrankungen liefern kann. Beim großen Blutbild kann de Arzt bzw. die Ärztin zusätzlich weitere Blutuntersuchungen anordnen, sodass eine individuelle Blutuntersuchung stattfindet.
Mit dem Blutausstrich lassen sich beispielsweise rote Blutkörperchen unter dem Mikroskop auf Beschädigungen untersuchen. Diverse bestimmte Erkrankungen wie etwa Herzklappenfehler, Thrombosen und weitere versuchen mechanische Schäden an den Blutkörperchen, weshalb sich Rückschlüsse auf etwaige vorhandene Krankheiten ziehen lassen.
Spezialfall: Die Blutuntersuchung bei Allergien
Wenn die Haut mit Rötungen, Quaddeln oder Juckreiz reagiert, steckt oft eine allergische Reaktion dahinter. Hier ist die Blutuntersuchung ein entscheidender Baustein der Allergie-Diagnostik. Im Labor wird nach spezifischen IgE-Antikörpern gesucht.
- IgE-Gesamtwert: Gibt einen allgemeinen Hinweis auf eine allergische Neigung.
- Spezifische Antikörper: Hiermit lässt sich genau bestimmen, ob Sie auf Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetika reagieren.
Besonders bei unklaren Hautausschlägen kann diese Form der Blutuntersuchung Klarheit schaffen und langwierige Ausschlussdiäten oder Hauttests (Prick-Tests) sinnvoll ergänzen.
Laborwerte nach der Blutuntersuchung richtig deuten
Nach der Laboranalyse wird eine tabellarische Zusammenfassung aller relevanten Blutwerte erstellt. Darin ist vermerkt, was getestet wurde, wie das individuelle Ergebnis ausgefallen und was der Normalwert ist. Generell sollte man die Auswertung der Blutuntersuchung seiner Ärztin oder seinem Arzt überlassen.
Abweichungen von den Normwerten
Die tabellarisch zusammengefassten Laborwerte enthalten medizinische Fachbegriffe und Wertangaben, mit denen nicht medizinisch Geschulte kaum etwas anfangen können. Zudem können einige Faktoren die Blutwerte beeinflussen. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung sind zwar aussagekräftige Laborwerte. Aber ein leichter Infekt, Stress sowie starke Regelblutung können die Blutwerte verändern, sodass es zu Abweichungen der Normwerte kommen kann. Gleiches gilt für Medikamenteneinnahme sowie Alkoholkonsum. Ärzte können in Kombination mit Patientengespräch und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen abklären, was die Blutwerte aussagen.
Blutwerte App fürs Handy
Wer dennoch mehr über seine Laborwerte erfahren möchte, kann sich dazu beispielsweise auf Blutwerte.de eine App aufs Smartphone downloaden. Der Laborbefund kann als PDF in die App hochgeladen werden. Optional lassen sich die Blutwerte auch manuell eintragen.
Was sind die wichtigsten Blutwerte für Gesundheit & Beauty?
Insgesamt werden zahlreiche Blutwerte untersucht. Diese lassen sich grob in verschiedene Bereiche sortieren: allgemeine Blutwerte, Blutfette, Blutzucker, Nierenwerte, Leberwerte, Elektrolyte, Vitamine. Ebenfalls lässt sich beispielsweise der Vitamin D3 Spiegel überprüfen.
Blutfette
Cholesterin, LDL, HDL und Triglyceride sind Blutfette. Erhöhte Blutfettwerte können zum Beispiel durch eine Stoffwechselstörung verursacht werden und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Blutzucker
Glukose und HbA1c sind Blutzuckerwerte. Sie geben Aufschluss darüber, wie viel Zucker sich im Blut befindet, bzw. ob der Körper Zucker richtig verwertet. Die Blutzuckerwerte werden angegeben in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder Millimol pro Liter (mmol/l).
Acht bis zehn Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme sollten die Werte in einem Bereich von 60 bis 100 mg/dl oder 3,3 bis 5,5 mmol/l liegen, nach einer Mahlzeit zwischen 90 und 140 mg/dl oder 5,0 und 7,8 mmol/l. Sowohl Unterzucker als auch Überzucker wirken sich auf das gesundheitliche Wohlbefinden aus. Daher ist eine Blutuntersuchung oftmals ein Schlüssel, um Diabetes zu erkennen und anschließend richtig zu therapieren.
Nieren- und Leberwerte: Die inneren Kläranlagen
Die Nieren leisten Tag für Tag ihre Aufgabe, giftige Abbauprodukte aus dem Körper zu transportieren. Wird bei der Blutuntersuchung festgestellt, dass die Werte außerhalb des Normbereichs liegen, kann eine Nierenerkrankung vorliegen. Ebenso spielt die Leber eine zentrale Rolle für die Entgiftung und den Stoffwechsel. Sind die Leberwerte (wie Bilirubin, AP, ASAT, ALAT, GGT) erhöht, zeigt sich dies oft zuerst an einer gelblichen Verfärbung der Augen oder einem matten Teint.
Leukozyten: Das Immunsystem im Blick
Spannend ist beispielsweise die Gruppe der Leukozyten. Sogenannte segmentkernige neutrophile Granulozyten sind allgemeine Abwehrzellen gegen Bakterien, Viren und Pilze. Bei den Lymphozyten handelt es sich um spezialisierte Abwehrzellen gegen Krankheitserreger. Eosinophile und basophile Granulozyten nehmen den Kampf gegen Parasiten auf. Ein erhöhter Anteil an Eosinophilen kann in einer Blutuntersuchung zudem ein starker Hinweis auf eine allergische Belastung sein.
Life-Hack: So bereiten Sie sich perfekt auf die Blutabnahme vor
Damit Ihre Blutuntersuchung möglichst präzise Ergebnisse liefert, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Nüchtern erscheinen: Für Werte wie Blutzucker und Blutfette sollten Sie 8–12 Stunden vor der Abnahme nichts essen.
- Viel Wasser trinken: Hydrierte Venen lassen sich leichter punktieren, was die Abnahme angenehmer macht.
- Kein Sport direkt davor: Intensive körperliche Belastung kann bestimmte Enzymwerte kurzfristig verfälschen.
Keine Angst vor der Blutabnahme!
Blutwerte sind wichtige Informationen rund um den eigenen Gesundheitszustand. Mehr dazu können Sie auf der Internetseite der Stiftung Gesundheitswissen hier nachlesen.
Daher sollte sie ab einem gewissen Alter, spätestens jedoch bei gesundheitlichen Problemen durchgeführt werden. Eine Blutuntersuchung setzt eine Blutabnahme voraus. Diese stellt für die meisten Menschen einen zwar unangenehmen, aber kleinen Eingriff dar, der sich lohnt. Schließlich kann er bei Diagnostik und Früherkennung helfen und zur Gesunderhaltung dienen.
Credit: Bild von Arek Socha auf Pixabay




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