Aluminium in Deos – Wie schädlich sind sie?

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Achselschweiß oder Krebs?

In den letzten Wochen rumort es in der Kosmetikwelt. Aluminium in Deos? Deodorants sollen krank machen und sogar so gefährlich sein, dass sie Brustkrebs verursachen können? Inzwischen sind so viele Frauen und auch Männer verunsichert und nicht selten lesen wir in den sozialen Netzwerken Fragen wie: „Welche Deos sind ohne Aluminium?“ Selbstverständlich wünscht man sich eine Alternative, wenn Deodorants unter solch einem schweren Verdacht stehen. Doch gibt es wirklich alternative Kosmetikprodukte, oder steht man vor der Entscheidung, Achselschweiß in Kauf nehmen zu müssen oder sich dem Risiko auszusetzen, an Krebs zu erkranken? Wir haben uns auch nach Alternativen umgeschaut und sind fündig geworden. Dazu weiter unten mehr.

Panikmache oder ernstzunehmende Berichterstattung?

Befasst man sich näher mit der Thematik, kann man zum Entschluss kommen, dass durchaus die Gefahr auch unterschätzt werden und man keinesfalls nur Deos als gefährlich einstufen könnte. Die Thematik womöglich krankmachender Deos kam schon vor geraumer Zeit auf, doch die Berichterstattung nimmt zunehmend Fahrt auf und so teilte am 01. Mai 2014 N24.de mit, dass nun auch die „Regierung wegen Aluminium in Deos alarmiert“ sei. Andere Medien berichten mit Schlagzeilen wie diesen:

Angstschweiß wegen Deos

(taz.de, 10.03.2014)

Aluminium: Deodorant kann Brustkrebs auslösen

(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de, 12.11.2013)

Aluminium in Deos: So kommt man auch ohne Alu nicht ins Schwitzen

(spiegel.de, 19.03.2014)

Aluminiumhaltige Deos: Tipps gegen den Angstschweiß

(swr.de, 10.04.2014)

Aluminium in Deos – Schweißhemmend und umstritten

(test.de, 12.07.2013)

Krebsmythen: Keine Angst vor Gerüchten

(krebsinformationsdienst.de 04.12.2013)

Insbesondere der letztzitierte Aufmacher klingt doch weniger harmlos. Aber ist es das? Der Krebsinformationsdienst weist recht deutlich darauf hin, dass Antitranspirantien nicht deshalb zum Krebs führen könnten, weil die Ausscheidung von Schweiß verhindert würde. Man rät dort, auf bestimmte Pflegeprodukte zu verzichten, wenn eine Frau zur Mammographie geht, weil Kosmetikrückstände weiße Flecken in Röntgenaufnahmen zur Folge haben könnten. Es sei auch widerlegt, das Schlacken, die sich zwar im Organismus ansammeln aber nicht ausgeschieden würden, nicht zu Krebs führen würden.

Das alles klingt doch nicht wirklich gefährlich, sondern eher harmlos. Verharmlosend? Trotzdem nimmt die Berichterstattung um Aluminiumsalze, die sind es nämlich, die derzeit unter Verdacht stehen, gesundheitsschädlich zu sein, zu. Nun wird seitens der Regierung vermutlich geprüft, ob etwas dran ist. Interessant ist auch die Zusammenfassung vom Bundesinstitut für Risikobewertung, auf die wir nachher noch näher eingehen werden. Denn daraus geht hervor, dass die bisher zulässige Belastung ohnehin von vielen Menschen auch ohne die Anwendung von Deos schon täglich erreicht wird. Aluminium ist fähig, die Blut-Hirnschranke zu passieren und es wird eine neurotoxische Wirkung vermutet. Das Risiko liegt also nicht nur darin, an Brustkrebs zu erkranken, sondern auch an Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer. Zudem müsse bei Verwendung von solchen Kosmetikprodukten zum Sprühen auch daran gedacht werden, dass neben der Aufnahme über die Haut auch eine inhalative Aufnahme erfolgt.

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Studien räumen Verdacht nicht aus!

Wir Verbraucherinnen und Verbraucher sind beunruhigt und das unruhige Gefühl steigt mit zunehmenden Schlagzeilen. Wie verhält man sich also richtig? Tatsache ist, dass nicht nur Aluminium in Deos derzeit kritisch betrachtet wird, sondern beispielsweise auch Aluminiumfolie, die in vielen Haushalten zum Verpacken von Lebensmitteln verwendet wird. Gerade der Kontakt des Leichtmetalls mit stark gesalzenen und sauren Lebensmitteln steht hierbei im Fokus. Die Welt berichtet, dass bereits in den 1970er und 1980er Jahren Alu unter einem schweren Verdacht stand. Soll das Leichtmetall doch gar für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich sein können. Diverse Untersuchungen hätten dies widerlegt, so dass für die weitere Verwendung von Aluminium zunächst einmal wieder grünes Licht erteilt wurde.

Die Universität Rom habe in neueren Studien im menschlichen Organismus einen mit Alu beladenen Eisenspeicher entdeckt. Dass das Leichtmetall für das Sterben von Gehirnzellen verantwortlich sei, könne nun nicht mehr ausgeschlossen werden, vielmehr spräche vieles dafür. Ein Zuviel an Elementen wie Eisen, Kupfer oder eben Aluminium habe schwere gesundheitsbeeinträchtigende Konsequenzen zur Folge, lebenswichtige Organe können zerstört werden. Eine weitere Studie in Frankreich, durchgeführt durch das Institut National de la Sande et de la Recherche Medicale habe herauskristallisiert, dass Trinkwasser mit erhöhtem Aluminiumgehalt auch das Risiko von Demenz heraufsetze und ab 0,1 mg täglich einen kognitiven Abbau verursache. Es geht also nicht nur um Brustkrebs, sondern auch andere schwere Erkrankungen stehen im Gespräch. Eine Alternative zum Alu-Deo, aber auch eine Umstellung der Ernährung wäre also absolut sinnvoll.

Auch Brigitte Online berichtet. Demnach bewies ein Laborversuch der Genfer Uni, Aluminiumsalze schädigten Brustzellen im Reagenzglas, es ließe sich darauf jedoch derzeit noch keine krebserzeugende Wirkung im menschlichen Organismus herleiten. Es fehlten Langzeitstudien. Weiter berichtet Brigitte, rund die Hälfte der deutschen Verbraucher wünschten sich Deos ohne die Aluminiumsalze. Laut Brigitte soll die Konzentration der umstrittenen Salze in Deodorants mit Langzeitwirkung bei bis zu 20 bis 30 Prozent liegen.

Der Markt reagiert auf die vielen kritischen Stimmen, wobei jedoch auch nicht unerwähnt bleiben sollte, dass verschiedene Anbieter wie etwa Diethild Meyrhöfer, auch bekannt unter dem Namen Waldfussel, sanfte Deocremes ohne die umstrittenen Alusalze herstellt. Und das nicht erst seit der jüngeren Berichterstattung.

Erschreckende Fakten vom BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, kurz BfR, äußerst sich unter anderem in dieser Auslassung. Hier ein paar wesentliche Fakten daraus:

  • Aluminium kann auch in Lippenstift, Lidschatten, Zahncremes sowie Sonnencremes enthalten sein.
  • TWI (tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge) von 1 Milligram pro Kilogramm Körpergewicht bei Aufnahme über Lebensmittel.
  • Für 60 kg schwere erwachsene Person gilt systematisch verfügbare Tagesdosis von 8,6 μg gilt als unbedenklich.
  • Die Aufnahmemenge von Aluminium aus Antitranspirantien bei gesunder Haut läge bei über 8,6 μg und somit würde auch der TWI bei täglicher Anwendung überschritten.
  • Bei geschädigter Haut (etwa bei Verletzung durch Rasur) lägen die Werte um ein Vielfaches höher, so dass bereits bei einer Anwendung der TWI bereits erschöpft sein könne.
  • Neben der Aufnahme aus Kosmetikartikeln müsse zudem auch die Aufnahme aus Lebensmitteln, Kochbehältnissen usw. berücksichtigt werden, so dass alleine über die Nahrung und deren Zubereitung der TWI erschöpft sein könnte.

„Die Überschreitung dieses Wertes führt zu einer Verringerung des Sicherheitsabstandes zu der (höchsten) Dosis, die im Tierversuch (gerade noch) keine gesundheitsschädlichen Effekte verursachte (NOAEL, no observed adverse effect level).“

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt:

  • Deodorants mit Aluminiumsalzen nicht unmittelbar nach Rasur oder bei geschädigter Haut im Achselbereich anwenden.
  • Anwendung von Deodorants ohne Aluminiumsalze als Alternative.

Das ist nun nicht wirklich viel und bedenkt man, dass Brustkrebs gerade für Frauen zumindest eine enorme Belastung und einen tiefen Einschnitt in die Lebensqualität darstellt, allerdings auch tödlich verlaufen kann, würden wir uns weitere Aufklärung wünschen. Es bleibt also zu hoffen übrig, dass die Regierung verbraucherfreundlich und mit Transparenz und Eile untersuchen lässt, ob und falls ja, inwieweit Aluminium in Deos – aber auch in anderen Kosmetikprodukten – gesundheitsschädlich ist.

Waldfussels Deocreme Menta-Melissa
Waldfussels Deocreme Menta-Melissa

Was sollen wir jetzt tun?

Auch, wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung Studien anführt, die die schlimmsten Befürchtungen relativieren, bestätigt das BfR eben auch, dass durch Deos Aluminium aufgenommen wird – sogar in höheren Mengen, als es empfohlen wird, zumal nicht nur Deodorants sondern auch andere Kosmetikprodukte einerseits zur Aufnahme führen, andererseits aber der noch nicht schädliche Maximalwert bereits häufig von Lebensmitteln und sogar Trinkwasser erreicht wird. Insbesondere deshalb sollten wir Verbraucherinnen und Verbraucher dort auf die weitere Aufnahme von Aluminiumsalzen verzichten, wo dies relativ einfach möglich ist.

Natürlich muss man sich nicht dazu entscheiden, unter den Achseln unangenehm zu riechen, da es, wie bereits erwähnt, Deodorants ohne Aluminium gibt. Nachfolgend eine Auflistung von Herstellern/Produkten, die als Alternative geeignet sein sollen. Die Hersteller geben an, dass die Deos ohne Alu sind und somit sollten diese auch nicht gesundheitsschädlich oder gefährlich im Hinblick auf Brustkrebs sein. Neben den genannten Anti-Schweiß-Produkten gibt es sicher noch viele andere mehr. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns bei der Pflege der Liste unterstützen würden.

  • Alterrra (Naturkosmetiklinie Drogerie Rossmann)
  • Alverde (Naturkosmetiklinie Drogerie dm)
  • Frischedeo Ingwer Limette (Primavera)
  • CD Deos ohne Aluminium (Frische Deo Roll-On Granatapfel)
  • Deos von Lavera (Fresh Deo Spray Honey Moments, Bio Milch & Bio Honig)
  • Dr. Hauschka Kosmetik (Rosenblüten Deomilch)
  • eco cosmetics Fresh Deostick
  • Speick Deostick Biopflege sensitive
  • LÓccitane
  • Logona
  • Louis Widmer Deodorant ohne Aluminium-Salze
  • neobio natural care Deo-Stick mit Hamamelis
  • Nivea Deo ohne Alu (z. B. Fresh Linie, aber nicht alle Produkte)
  • Sebamed (Balsam Deo Parfümfrei Extra Sensitive)
  • SBT Cellrepair Biological Deodorant
  • Vichy Deo Stick (ohne Aluminiumsalze)
  • Weleda (Citrus Deo)
  • Waldfussel Deocremes
  • Wolkenseifen
Zutaten für Badekugeln
Natron & Zutaten für Badekugeln

Ein weiterer, und uns der liebste Tipp ist die Verwendung von Natron. Das feine weiße Pulver wird in einer Glasflasche mit destilliertem Wasser aufgelöst und kann dann wie ein Deo unter die Achseln gesprüht werden. Natron ist unbedenklich, pflegt und entsäuert die Haut. Wir verwenden es ohnehin schon in unseren selbstgerechten Badebomben und in Kürze werden wir es als Deo-Ersatz nutzen.

Natron ist nicht nur ein sehr guter Ersatz für Deos mit Aluminium, sondern kann auch bei Schweißfüßen in Form eines Fußbades sehr gut für Abhilfe sorgen.

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